Schmerzpraxis Westerwald

    Ute Weyand        Fachärztin für Anästhesiologie    Spezielle Schmerztherapie 









         Kopfschmerzen

Es gibt mehr als 250 verschiedene Kopfschmerzarten, die meisten davon sind sehr selten. In Deutschland leiden ca. 54 Millionen Menschen an anfallsweise auftretenden oder chronischen Kopfschmerzen, 3 % unter täglichen Kopfschmerzen. 

Man unterscheidet 

Primäre Kopfschmerzen

Kopfschmerzen, die auf keine andere organische Erkrankung zurückzuführen sind. Der Kopfschmerz ist die Erkrankung.                                                                    

Beispiele sind

  • Spannungskopfschmerz: Meist beidseitiger, oft haubenförmiger, drückender Kopfschmerz leichter bis mittlerer Intensität; selten Licht- oder Lärmempfindlichkeit, körperliche Betätigung verschlimmert die Schmerzen nicht.
  • Migräne: Meist einseitiger, pulsierender Kopfschmerz mit Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit bis hin zum Erbrechen, Ruhebedürfnis. Körperliche Belastung verschlimmert den Schmerz. Viele Menschen haben kurz vor Beginn der Kopfschmerzen eine Aura, dabei kann es zu Sehstörungen, Flimmern vor den Augen, Geruchsstörungen oder neurologischen Ausfällen kommen. 
  • Trigeminusneuralgie (Gesichtsschmerz): Einseitiger, einschießender, sehr starker Schmerz im Bereich der Stirn, des Ober- und/oder Unterkiefers. Auslöser sind Kauen, Berührung, Kälte, Wärme. Schubförmiges Auftreten mit kurzen Schmerzattacken.
  • Clusterkopfschmerz: Sehr selten. Streng einseitiger, starker bis sehr starker, pulsierender Kopfschmerz im Bereich eines Auges mit Rötung der Bindehaut,  Tränenfluss, Naselaufen oder -verstopfung , Schwellung des Augenlids, Schwitzen und  einseitiger Pupillenverengung auf der schmerzhaften Seite mit körperlicher Unruhe. 


Sekundäre Kopfschmerzen

Kopfschmerzen, deren Ursache eine andere Erkrankung ist.

Beispiele sind:

  • Medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz: Durch häufige Schmerzmitteleinnahme kann es zu Dauerkopfschmerzen kommen.
  • Kopfschmerzen bei Halswirbelsäulen-Erkrankungen
  • Kopfschmerzen bei Verspannung der Schulter-Nacken-Muskulatur: Meist drückende Schmerzen, die vom Nacken bis in die Stirn ausstrahlen.
  • Bluthochdruck: Drückende, pulsierende Kopfschmerzen, die bei Aufregung oder körperlicher Belastung schlimmer werden.
  • Glaukomanfall (Stark erhöhter Augeninnendruck): Meist plötzliche starke Schmerzen im Bereich eines Auges, oft schmerzt auch die gleichseitige Kopfhälfte. Die Schmerzen können bis in die Schulter ausstrahlen.  Der Augapfel ist extrem hart, das Auge gerötet. Infolge des stark erhöhten Augeninnendrucks schwillt die Hornhaut an. Dadurch nehmen die Betroffenen Schleier oder regenbogenartige Ringe um Lichtquellen wahr. Starkes Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen. Notfall! Sofort zum Arzt gehen!
  • Gesichtsrose (Herpes zoster): Brennender Dauerschmerz mit Berührungsempfindlichkeit, meist beginnt die Erkrankung mit Rötung und Bläschen im Bereich einer Gesichtshälfte
  • Riesenzellarteriitis: Beidseitige Kopfschmerzen, Kauschmerzen, Überempfindlichkeit der Kopfhaut, Sehstörungen, Allgemeinsymptome (zum Beispiel Fieber, Gewichtsverlust) und Muskelschmerzen. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung mit Entzündung der Blutgefäße. 
  • Subarachnoidalblutung: Hirnblutung, die eher langsam verläuft mit stärker werdenden drückenden Kopfschmerzen. Im Verlauf können neurologische Ausfälle hinzukommen. Notfall!
  • Kopfschmerzen bei Nebenhöhlenentzündungen

 


Bei allen Kopfschmerzarten sollte zunächst eine gründliche Anamnese und eine Untersuchung erfolgen. Danach wird entschieden, ob eine weitere Diagnostik erforderlich ist. 

 



Bei sekundären Kopfschmerzen muss unbedingt die ursächliche Erkrankung behandelt werden! 


Bei den primären Kopfschmerzen reicht meist eine alleinige Behandlung mit Medikamenten nicht aus. 

Die Therapie richtet sich nach der Kopfschmerzart und muss individuell und multimodal gestaltet werden. 

 


Zur Anwendung kommen neben Medikamenten u.a. Entspannungsverfahren, Sport, Akupunktur, Naturheilverfahren, Stressmanagement und psychotherapeutische Unterstützung.